Vor 4 Jahren wurde unser Kiez auf der „Roten Insel“ als Milieuschutzgebiet ausgewiesen. Im September wurde unser Haus verkauft!
Nun ist er dahin, der „Hohe Friede auf dem Berg“ ??
Wir, die Bewohner und Bewohnerinnen dieses Hauses haben uns spontan zu der „Mieterinitiave Hohenfriedbergstrasse 11“ zusammengeschlossen. Wir wollen um bezahlbaren Wohnraum und um unser Haus kämpfen. David gegen Goliath?
Wir MieterInnen fühlen uns in unserem Kiez heimisch.
Einige von uns leben erst kurz hier, viele von uns wohnen schon viele Jahre, teilweise sogar Jahrzehnte hier und sind hier alt geworden. Dabei haben sie die wechselhafte Geschichte des Kiezes über die letzten 30 Jahre selbst miterlebt und können mittlerweile viele Geschichten davon erzählen.
Deshalb sind WIR hier tief verwurzelt im Kiez, in unserem Leben, Arbeiten und Wirken und durch vielfältige gesellschaftlichen Engagements. Hier ist unsere Heimat, hier fühlen wir uns zu Hause, hier sind wir untereinander lebendig vernetzt, fühlen uns ein- und angebunden und geschützt.
Deshalb fühlen wir uns unserem Kiez und besonders unserem Haus, in unseren noch bezahlbaren Wohnungen sicher und geborgen und wollen uns nicht verdrängen lassen.
Denn WIR sind der KIEZ und WIR schaffen das MILIEU! Nicht irgendwelche Investoren oder anonymen Hausbesitzer!
Außerdem repräsentiert unsere Hausgemeinschaft eine gewachsene authentische Mischung der Bevölkerung auf der „Roten Insel“, wir sind sozusagen ein „Rote-Insel Prototyp-Mietshaus “:
- Wir sind jung und alt
- Wir sind schon lange Multikulturell das heißt aus Deutschland, Indien, Brasilien, England, Italien, Polen
- Wir sind multireligiös (nicht konfessionell, katholisch, protestantisch, buddhistisch, etc.)
- Viele von uns sind nicht reich aber kreativ und kompetent....
- Viele von uns haben ein schwaches Einkommen, aber starke menschlichen Ressourcen
- Wir haben die unterschiedlichsten Berufe: Freiberufler, Arzthelfer, Sozialpädagogen, Tänzer, Künstler, Yogalehrer, Journalistin, Hausfrau, Pflegekräfte , Architektin, Priester, Studenten, Rentner, bis hin zu Tom und Margarita, die gerade mit 18 Jahren Abitur gemacht haben, oder kurz davor stehen.
- Wir alle wollen hier hier in unseren Kiez weiter leben und wohnen und machen uns große Sorgen, wie es nach dem Hausverkauf an einen privaten Investor mit uns weitergeht. Was passiert mit uns, wenn unsere Mieten bald nicht mehr bezahlbar sein werden!
- Wir haben Angst vor Verdrängung aus unserem angestammten lebendigen Kiez, hin an den Stadtrand ohne vergleichbare Infrastruktur.
- Wir haben Angst vor einer sozialen Spaltung
- Wir haben Angst um das Wohl unseres geliebten Kiezes der Roten Insel, so wie sie jetzt ist.
- Wir haben Angst, dass lebendige Berliner der vielfältigen Innenstadtviertel, wie unseres, aussterben, weil sie vom Kommerz, Profitgier und maßloser Bodenspekulation verdrängt werden.
- Wir bangen um die urbane Vielfalt des Berliner Lebens, zu dem wir in unserem Kiez beitragen.
Ja, wir haben den Traum, dass alle von uns auch noch in 10, 20 oder 30 Jahren hier wohnen und wirken!
Und, wir haben den Traum von einer lebenswerten Gesellschaft und bezahlbaren Mieten in der Innenstadt!
- Ja, wir haben die Hoffnung und Erwartung, dass die Rot-Rot-Grüne Regierung uns nicht hängen lässt!
Wir fordern Baustadtrat Oltmann, den Bezirk Schöneberg und den Senat Berlin auf, zum Wohle der Allgemeinheit sein Vorkaufrecht geltend zu machen und in unserem Sinne zu handeln!
Herr Oltmann, Herr Kollatz, Sie haben die städtebaulichen Instrumente und die Mittel dazu! Nutzen Sie sie!
Schützen und erhalten Sie unser Haus, unsere Gemeinschaft, als Prototypen für den Kiez und das hier gewachsene Mileu auf der Roten Insel!
Am 30. Oktober endet Ihre Vorkaufsfrist!!!
Hallo, habt ihr eigentlich schon mal überlegt, dass ihr bei einem extrem günstigen Mietniveau im Hause, über Jahre entweder Euren Vermieter oder die Substanz Eures Hauses ausgebeutet habt?
AntwortenLöschenHallo Herr Lindemeier, wir sind alle ganz anständige und einfache Leute, wir würden, niemals nur auf die Idee kommen irgendjemand oder irgendetwas auszubeuten. Wir sind auch als Mieter nicht selbst dafür verantwortlich unser Haus instand zusetzen oder unsere Mieten zuerheben. Wir haben für die geringen Mieten in Kauf genommen, die Kosten und Arbeiten zu übernehmen, welche sonst der Vermieter trägt. Wir alle haben sehr viel Kosten und Mühe in unsere Wohnungen gesteckt und haben hier in diesen Kiez unsere Heimat gefunden mit Freunden und Nachbarn. Wir wehren unser dagegen, verdrängt zu werden. Nicht gegen angemessene Mieterhöhungen. Liebe Grüße aus der Hohenfriedbergstraße 11!
LöschenUnd ich bin auch als Käufer von Fleisch zum Preis von 5 Euro/kg nicht dafür verantwortlich, dass Tiere geschändet werden und die Kosten dieser Landwirtschaft auf die Allgemeinheit externalisiert werden???
LöschenIch glaube, wenn sich jemand ernsthaft mit nachhaltigem bauen und wohnen auseinandersetzt, wird er/sie sehr schnell feststellen, dass bei einer Miete unter 7€/m2 ein anderer draufzahlt. Meistens ist es das Haus/die Substanz, die darunter leidet.
Wie wir wissen wurden Sie zu unserem Aktionstag von einem Ihnen im Haus Bekannten Anwohner eingeladen. Sie hätten dort die Gelegenheit gehabt zu Erfahren wie sich die Situation aller Beteiligten verhält, um was es uns im Kern als Mietergemeinschaft geht und im Konsens auch Ihrer Sichtweise einbringen können. In diesem Zusammenhang und bezugnehmend Ihrer Äußerungen bleibt Momentan nur zu erahnen, das Menschen die sich selbst als Gentrifizierer bezeichnen sicherlich nicht Anlass gesehen haben unserem Aktionstag beizuwohnen. Abschließend können wir Sie jedoch insofern beruhigen, das die im Rahmen des Milieuschutz bevorstehenden Mieterhöhungen regelrecht abgewickelt werden. Freundliche Grüße, Mietergemeinschaft Hohenfriedbergstraße
LöschenWas soll der Käufer denn über "angemessene Mieterhöhungen" hinaus anstellen das so schlimm ist?
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